Montag, 2. Januar 2012

Langer Atem

Wohnungstür aufschließen. Tief einatmen. Die erste Überraschung: Es riecht nicht nach dem kalten Rauch der Vormieter, noch nicht einmal sehr nach für eineinhalb Wochen leerstehender Wohnung.

Licht an; es folgt die zweite Überraschung: meiner Zimmerpflanze geht es augenscheinlich prächtig.
Der Blick in den Kühlschrank fällt dann allerdings ohne große Überraschungen aus: eingekauft hat natürlich niemand für mich. Also nochmal schnell zum Supermarkt gesprintet (es ist jetzt 21.40 Uhr, bis zehn ist er geöffnet) um diesem verfressenen Kasten das Maul zu stopfen ihn, also den Kühlschrank, zumindest mit dem Nötigsten befüllen zu können. Zurück in der Wohnung, ein Blick in den Briefkasten: Ein Liebesbrief!
… vom Finanzamt. Glücklicherweise nichts Weltbewegendes, nur die – Zitat:
Verlängerung der Ansässigkeitsbescheinigung für Grenzgänger zum Zwecke der Ermäßigung der Abzugssteuern nach Artikel 15a Abs. 1 Satz 3 des Doppelbesteuerungsabkommens Deutschland/Schweiz und des Verhandlungsprotokolls vom 18.12.1991
– ich weiß nicht, ob Loriot früher mal für Finanzämter getextet hat.

Abendessen. Laptop auspacken. Tief ausatmen. Das Dreyeckland hat mich wieder.

Montag, 8. August 2011

Endlich

… während in Villarriba Buñol in Spanien demnächst schon wieder die alljährliche Tomatina gefeiert wird, habe ich am Wochenende die erste der namensgebenden Früchte vom eigenen Balkon geerntet …


… und sie mir selbstverständlich gleich schmecken lassen. Grund genug, wie ich meine, hier mal wieder einen (wenn auch kurzen) Blogeintrag zu veröffentlichen. In diesem Sinne, alles im roten Bereich hier an der deutsch-schweizerischen Grenze – zum Glück nur, was Tomaten angeht.

Helvetismus des Tages:
Paradeiser = Tomate
Moment, das sagen die Österreicher, nicht die Schweizer. Also nochmal:

Helvetismus des Tages:
Znacht = Abendessen 

Mittwoch, 18. Mai 2011

Wo die Fahrräder Nummerntafeln haben

Heute habe ich mir also, wie angekündigt, eine Velovignette gekauft. Hier folgt der obligatorische Blogeintrag dazu.

So sieht es aus, das gute Stück:


Um genau zu sein: Die eigentliche Vignette, also der Teil, der dann tatsächlich aufs Fahrrad Velo geklebt wird, befindet sich rechts unten.

Aber wozu brauche ich sowas überhaupt? Bis vor kurzem wusste ich selbst noch nichts von der Existenz dieses Aufklebers, bis mir dann eine freundliche Kollegin den dezenten Hinweis gab, dass der noch auf meinem Velo fehle.

Die Velovignette (oder auch "Fahrradkennzeichen") ist der sichtbare Ausdruck einer in der Schweiz obligatorisch abzuschließenden Velo-Haftpflichtversicherung. Obligatorisch für wen – also ob nur für Schweizer (trifft bekanntlich auf mich nicht zu), ob für jeden, der in der Schweiz wohnt (trifft auf mich auch nicht zu), oder ob für jedes Velo, das in der Schweiz unterwegs ist (trifft auf mich fast täglich zu) – das ist mir allerdings nicht ganz klar. Um kein Risiko einzugehen und irgendwann von einem Schweizer Gendarmen um vierzig Franken Bußgeld erleichtert zu werden, habe ich also sieben Franken (beim aktuellen Wechselkurs etwa 5,60 Euro) investiert und mir einen entsprechenden Aufkleber zugelegt. Damit bin ich nun innerhalb der Schweizer Grenzen gegen Schäden haftpflichtversichert, die ich mit meinem Rennvelo verursache (was, so hoffe ich natürlich, nie der Fall sein wird). Der Kauf der Vignette zum jetzigen Zeitpunkt war übrigens wohl keine so schlechte Idee, denn im Juni werden die noch gültigen Vignetten für 2010 ablaufen, weswegen dann wohl mit verstärkten Kontrollen zu rechnen sein wird.

Obwohl ich vorhabe, noch etwas länger hier an der Schweizer Grenze zu bleiben, wird die diesjährige Velovignette voraussichtlich übrigens die letzte sein, die ich mir kaufen musste: Nach den Beschlüssen der Schweizer Gesetzgebung ist sie zum Aussterben verurteilt.

Helvetismus des Tages (passend zum Thema):
Velo = Fahrrad 
(analog: Rennvelo = Rennrad)

Achtung: Obwohl der Ausdruck dem Französischen entlehnt ist (le vélo), heißt es nicht der Velo, sondern das Velo.

Dienstag, 17. Mai 2011

Helvetismen und andere Besonderheiten

Hel|ve|tis|mus, der: sprachliche Besonderheit, die typischerweise im Schweizer Hochdeutschen und nicht im gesamten deutschen Sprachgebiet verwendet wird (Wikipedia)
Dass die Schweizer ein sehr viel innigeres Verhältnis zu ihrer Mundart haben als die meisten Deutschen, dürfte allgemein bekannt sein. Wenn nicht, dann sollte das spätestens durch diesen Artikel deutlich werden, der heute im Spiegel zu lesen war: "Zürich verbannt Hochdeutsch aus Kindergärten", oder auch unter einer etwas weniger reiserischen Überschrift in der Neuen Zürcher Zeitung: "Grundsätzlich Mundart in Zürcher Kindergärten".

Dass ich andererseits mit dieser Einleitung total am Thema "Helvetismus" vorbeigeschrieben habe, sollte der aufmerksamen Leserschaft hoffentlich aufgefallen sein, denn dieser Begriff bezieht sich ja per Definition nicht auf die Schweizer Mundart(en), also das Schweizerdeutsch, sondern auf die Schweizer Varietät des Hochdeutschen, also das Schweizer Hochdeutsch – diese beiden Begriffe muss man deutlich unterscheiden.

Mit dem Verständnis des Schweizerdeutschen habe ich noch so meine liebe Not – ich hoffe, das wird sich mit der Zeit ändern. Andererseits stolpere ich aber auch im Hochdeutschen immer wieder über Begriffe, die ich so noch nicht gehört habe bzw. zwar verstehe aber selbst nicht so verwendet hätte. Ein Beispiel: Die Rechnung meines Ausländerausweises:
Zahlbar innert dreissig Tagen
Innert? Achso, innerhalb von! (Was, nebenbei bemerkt, noch auffällt: "dreissig", nicht "dreißig". Das Eszett oder scharfe S wird in der Schweiz generell schon seit langem nicht mehr verwendet. Auf der Schweizer Tastatur ist es nicht zu finden.) Auch dem Wort allfällig (eventuell, gegebenenfalls) war ich in meinem bisherigen Leben noch nicht begegnet. Unter dem Wort Konkubinat konnte ich mir dagegen etwas vorstellen – allerdings war mir nicht bewusst, dass damit in der Schweiz ganz wertneutral eine "Ehe ohne Trauschein" bezeichnet werden kann. Und so könnte ich weiter aufzählen (werde ich auch machen, siehe letzter Absatz).

Zur Klarstellung: Mit diesem kurzen Artikel möchte ich nicht bewerten. Ich möchte eine Beobachtung mitteilen. Diese lautet komprimiert: Lässt man das Schweizerdeutsche außen vor, dann sind die Sprachunterschiede zwischen Deutschland und der deutschsprachigen Schweiz zwar nicht mehr übermäßig groß, aber dennoch bemerkenswert.

Zum Schluss noch eine Vorankündigung: Morgen werde ich mir endlich mal eine Velovignette zulegen. Allfällige Neuigkeiten diesbezüglich werden folgen. (Kann man das so sagen?)

Helvetismus des Tages:
zügeln = umziehen
(auch dazu hoffentlich bald mehr)

Sonntag, 15. Mai 2011

Alles neu …

… macht der Mai – passend zu diesem Spruch habe ich meinem Blog mal wieder einen neuen Anstrich verpasst.

Was hat sich getan? Seit Mitte April bin ich Angestellter der Universität Basel. Dort werde ich in den nächsten Jahren an meiner Doktorarbeit arbeiten. Ich hoffe, dass es bald wieder einiges zu berichten gibt und dass ich auch die nötige Zeit zum Bloggen finden werde.

Sonntag, 3. April 2011

Ostern naht

Aufgenommen gestern (Samstag, 2. April) im heimischen Garten. Allerdings nicht mit meiner eigentlichen Kamera, sondern mit der meines Uralt-Handys – daher die schlechte Qualität.

Freitag, 4. März 2011

Adopting Mozilla — A Three-Month Project in 16 Easy Steps

This blog entry was co-authored by my inner child.


December 2010

Step 1: Go to the website of the Mozilla Foundation (a non-profit organization that plays the leading role in supporting and organizing open-source software projects such as the web browser Firefox and the mail client Thunderbird), find their donation page for the Drumbeat projects:

https://donate.mozilla.org/page/contribute/openwebfund?WT.ac=adopt_h

Step 2: Select the donation option $25.00 - Dino plush toy please!, enter your credit card and address data, and press the submit button — as it is certainly a good idea to donate something right before Christmas.

Step 3: Wait for your present (presumably a dino plush toy, cf. step 2).


January 2011

Step 4: Wait.

Step 5: Exactly one month after your donation, receive an e-mail telling you that the production of your present is being postponed and that shipping will start later that month.

Step 6: Wait patiently.


February 2011

Step 7: As it is already the middle of the next month now, stop waiting patiently and write an e-mail in reply to the above-mentioned e-mail (see step 5) asking very politely what the f*** is going on with the presents.

Step 8: Receive an auto-responder reply telling you that the responsible person is on vacation.

Step 9: Receive an actual reply by said person who apologizes and tells you that the shipping will begin the same week.

Step 10: Wait.

Step 11: Get delivered a parcel which is shipped from the UK by Einschreiben (a concept similar to certified mail or registered mail, according to Wikipedia). Of course, you are not at home then.

Step 12: Finally receive the package.


Step 13: Unwrap it.



Step 14: Be happy.

Step 15: Start wondering what the h*** you wanted with a plush dinosaur puppy in the first place — to be more precise: a cute, red, but about 30cm-tall plush dinosaur puppy that you expected about half the size.

Step 16: Write a blog entry about it.