Montag, 30. November 2009

Playing Tourist, Part 2

Leider fehlt mir noch das nötige Werkzeug, um mein neu (oder besser gesagt: gebraucht) erstandenes Fahrrad straßentauglich zu machen. Daher war ich wieder mal zu Fuß unterwegs. Die folgenden Bilder kamen dabei zustande.















Guten Abend, Utah. Guten Morgen, Deutschland!

Sonntag, 29. November 2009

Warum es in Salt Lake City fast unmöglich ist, sich zu verlaufen

Oder sich zu verfahren. Oder eine Adresse nicht zu finden:

Salt Lake City ist eine Stadt, die auf dem Reisbrett Reißbrett entstanden ist, wie man so schön sagt. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass die Mormonen etwas derartiges dabeihatten, als sie 1847 den Entschluss gefasst hatten, sich am Großen Salzsee niederzulassen. Ach ja, über die Mormonen sollte ich vielleicht auch mal noch einen Artikel schreiben. Aber egal. Jedenfalls folgt der Aufbau der Stadt in den überwiegenden Teilen einem sehr einfachen Muster:

Die großen Straßen verlaufen entweder in Nord-Süd- oder in West-Ost-Richtung und teilen damit die Stadt in lauter Rechtecke ein. Die Benennung der Straßen baut auf diesem Schema auf, indem sie über das Rechtecksmuster ein Koordinatensystem legt. Im Zentrum steht, wie sollte es anders sein, der Temple. Von ihm ausgehend werden nun die Straßen durchnummeriert: Östlich des Tempels verläuft von Nord nach Süd die 0 E (Main Street), gefolgt von der 100 E (First East) und der 200 E (Second East) in östlicher Richtung, sowie der 100 W (West Temple), der 200 W (Second West) und so weiter in westlicher Richtung. Die Benennung der Straßen in Ost-West-Richtung erfolgt analog, ausgehend von der 0 S (South Temple) mit der 100 N nach Norden und der 100 S nach Süden. Hier eine kleine Skizze dazu, um die letzten Unklarheiten zu beseitigen:



Nicht lachen, mit dem Touchpad zu zeichnen ist gar nicht so einfach! Wer genau aufgepasst hat, sollte jetzt festgestellt haben, dass eigentlich nicht der Tempel im Zentrum des Koordinatensystems liegt, sondern die Kreuzung 0 S / 0 E. Das läuft dann wohl aber unter künstlerischer Freiheit.

Bei den Hausnummern geht das Schema in die nächste Runde: Jedes Haus erhält eine Zahl für die Straße, in der es sich tatsächlich befindet und eine für die senkrecht dazu verlaufenden Straßen, zwischen denen es sich befindet. Ein Beispiel: Hat ein Gebäude die Adresse 575 E 400 S, so liegt der Zugang in der Fourth South, also vier Straßen südlich der South Temple, erkennbar an der „glatten“ Nummer 400. Außerdem kann man davon ausgehen, dass es in Ost-West-Richtung irgendwo zwischen der 500 E und der 600 E liegt, erkennbar an der 575. Ganz einfach also. Weiterhin kann man davon ausgehen, dass man dort etwas zu essen bekommt, erkennbar am Burger-King-Logo.

Jedenfalls ist es dieser systematische Stadtaufbau, der dafür sorgt, dass man eigentlich nie die Orientierung verlieren kann. Eigentlich. Denn es gibt auch Ausnahmen von der Regel, so zum Beispiel in der Wohngegend Avenues, in der auch ich wohne, und deren Nummerierung und Benennung einem eigenen bzw. stellenweise gar keinem Schema folgt. So hatte am ersten Abend dann auch mein Schema-vergewöhnter Fahrer, der mich vom Flughafen abholte, etwas Mühe, meine Wohnung zu finden.

Zum Abschluss des Beitrags eine neue Folge aus der Serie Playing Tourist:



Das Rice-Eccles Stadium, Ort der Eröffungs- sowie der Abschlusszeremonie der olympischen Winterspiele 2002. (Ich spare mir an dieser Stelle eine weitere Verlinkung zum Thema Reis.)



Vor dem Stadion.



Die nicht ganz so schönen Ecken der Stadt.



Blick Richtung Downtown.



Ein Zug der TRAX, des erst seit 1997 im Aufbau begriffenen Stadtbahnnetzes.



Ein weiterer Temple. Diesmal allerdings einer der Freimaurer.



Meine neuesten Errungenschaften – aber das ist mindestens einen eigenen Eintrag wert.

Guten Morgen zusammen!

Dienstag, 24. November 2009

Snow

As the title says:







Good night, …. Good morning, … – you already know that.

Montag, 23. November 2009

This Blog Post not Labeled for Individual Sale

Nachdem ich gestern schon zu hören bekam, dass meine Blog-Einträge den Eindruck machten, ich lebe im Altersheim (sinngemäß: „Alles dreht sich nur um Wetter und Essen!“), berichte ich heute nicht vom vorgezogenen Thanksgiving-Dinner letzten Freitag, auch nicht vom International Cafe. Nur einen Kommentar zum Wetter kann ich mir nicht verkneifen: Salt Lake City ist wieder zentimetertief eingeschneit. So.

Ich kann allerdings die Person beruhigen, die für obigen Kommentar verantwortlich war: Ich bin nicht so eingeschnappt, wie das ganz zufällig gerade geklungen haben könnte. Im Prinzip hast du ja Recht. Ich möchte allerdings die Erwartungen, die möglicherweise an dieses Blog gestellt werden, ein bisschen mit meiner Realität in Einklang bringen.

Mein Aufenthalt in Salt Lake City hat in erster Linie den Zweck, als Basis für meine Diplomarbeit zu dienen. Und mit letzterer bin ich auch die meiste Zeit beschäftigt. Mein Tagesablauf an einem normalen Wochentag ist ein (ziemlich wörtlich zu nehmender) nine-to-five. Mit anderen Worten: Ich verbringe die meiste Zeit im Büro. Dazu zwingt mich zwar niemand (eigentlich kann ich kommen und gehen, wann ich will), aber ich habe selbst den Eindruck, dass dadurch ganz gut mein produktives Arbeiten unterstützt wird (gelegentliche Ablenkungen über ICQ und Skype allerdings nicht ausgeschlossen …). Anders gesagt: Wer sich hier kurzweilig inszenierte Geschichten mit folkloristischen Elementen erhofft, die vor dem Hintergrund einer prachtvoll fotografierten Bergkulisse spielen, den muss ich leider an andere Stellen verweisen. (Und wer sich über den Sinn der Wortwahl im vorigen Satz Gedanken macht, dem möchte ich den Tipp geben, gelegentlich meinen Links zu folgen.)

Ich werde wie gehabt auch weiterhin hier berichten, wenn ich den Eindruck habe, dass es etwas Berichtenswertes zu schreiben gibt – wie häufig das allerdings sein wird, kann ich nicht sagen. Wer sich den Aufwand sparen will, hier immer wieder vorbeizuschauen, der kann sich mein Blog auch als Atom- (Adresse: http://meandtheu.blogspot.com/feeds/posts/default) oder RSS-Feed (Adresse: http://meandtheu.blogspot.com/feeds/posts/default?alt=rss) abonnieren, dann meldet es sich selbst, wenn es etwas Neues gibt. Ansonsten: Einfach bei Gelegenheit mal vorbeischauen und in jedem Fall weiterhin viel Spaß beim Lesen und Kommentieren!

Gute Nacht, Winter. Guten Morgen, Frühling!

Freitag, 20. November 2009

The American Way of Life, Teil 1

Nachdem ich vor einiger Zeit über Fry Sauce und Analogkäse geschrieben habe, hat auch dieser Beitrag wieder einen nahrhaften Anteil. Übrigens, auch wenn ich nur ungerne Lebensmittel wegwerfe: Bei diesen gelben, rechteckigen Sojaöl-Maisstärke-Scheiben konnte ich nicht anders, man möge es mir nachsehen.

Aber jetzt zum Thema. Ich wollte darüber schreiben, wie ich in den letzten Tagen hier die ganz eigene Atmosphäre von Abteilungssitzungen und -vorträgen erlebt habe. Was mir besonders auffällt: Immer stand bzw. steht bei solchen Gelegenheiten irgendetwas zu essen bereit, manchmal gesund, manchmal eher weniger. Falls dies als Motivations- und Konzentrationsschub gedacht ist oder als Antrieb, die Leute zum zahlreichen Erscheinen zu bringen, scheint es gut zu funktionieren:

Zu Beginn (oder auch zwischendrin) versorgt man sich mit Kalorien, lehnt sich dann satt und zufrieden zurück und lauscht konzentriert den Vortragenden. Sofern man es mit der Kalorienzufuhr nicht übertrieben hat. Dann wird das konzentrierte Lauschen nämlich eher problematisch. Auch an klingelnden Handys Cellphones scheint sich niemand zu stören, und so kommt es des öfteren mal vor, dass jemand in seine Handfläche murmelnd den Raum verlässt. Dass man sich im Allgemeinen mit Vornamen anredet, ist sowieso selbstverständlich. Alles ein bisschen easygoing eben. Der Gesprächskultur tut das alles keinen Abbruch, im Gegenteil. Ich habe selten in wissenschaftlichen Vorträgen so viele bereichernde Beiträge und (im positiven Sinne) kritische Nachfragen aus dem Publikum gehört.

Ohne hier jetzt alles in den höchsten Tönen loben zu wollen: Dieser Stil erstaunt mich immer wieder. Und sein Funktionieren beeindruckt mich. Professionalität in entspannter Atmosphäre, so könnte man es vielleicht am besten umschreiben. Vielleicht sollte ich mir als Zugereister davon noch eine Scheibe abschneiden.

Gute Nacht, Nordamerika. Guten Morgen, Mitteleuropa!

Dienstag, 17. November 2009

Playing Tourist, Part 1

Yesterday (Sunday) I was exploring Temple Square and the State Capitol.
No explanations and jokes today, just pictures. Enjoy!



 


















To live in hearts we leave behind / Is not to die. (Thomas Campbell)



















Good night, Utah. Guten Morgen, Deutschland!

Sonntag, 15. November 2009

Unglaublich …

… aber vorgestern (Donnerstag) hat es hier zum ersten Mal geregnet! Wobei, Regen konnte man die wenigen Tropfen kaum nennen, und gestern schien auch schon wieder die Sonne.

Heute dann aber:







Schnee über Salt Lake City! Zwar nicht viel, aber immerhin genug um liegen zu bleiben. Soviel zum Wetter.

Heute Abend war ich zu Gast auf einem Potluck des Cross Culture Clubs der Universität. Was das ist? Ein Treffen, bei dem jeder der Gäste aufgerufen ist, etwas Selbstzubereitetes (oder -eingekauftes) mitzubringen. Das Besondere daran: Wie es sich für einen Cross Culture Club gehört, trafen Leute der unterschiedlichsten Nationen zusammen – und entsprechend abwechslungsreich gestaltete sich das Buffet: Von koreanischen Algen über ägyptischen Salat, chinesischen Fisch, türkische Tomatensuppe bis hin zu Hähnchen vom amerikanischen Fast-Food-Grill war wirklich alles geboten. Abgesehen vom Essen wurde der Abend natürlich geprägt von zahlreichen Gesprächen, die sich allerdings, je nach Sprachkenntnis, mehr oder weniger anspruchsvoll gestalteten. Immerhin weiß ich jetzt, welches die angesehensten Unis in China und der Türkei sind. Nur für den Fall, dass es hier aus irgendeinem Grund mit der Diplomarbeit doch nichts wird.

Ein koreanisches Paar hatte seinen neugeborenen Sohn mitgebracht. Er wird, soviel ist fast sicher, zu den zukünftigen Physiknobelpreisträgern gehören. Sein Vorname lautet nämlich: Einstein.

Good morning, Germany. Good morning, Utah!